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CO2-reduzierter Bau von Verkehrsflächen: DHL und Bauunternehmen Gieseke verlegen 4400 m² Biokohle-Asphalt

23.09.2025, 17:00 MESZ

Innovatives nachhaltiges Bauprojekt: neuer Asphalt bindet Kohlenstoff und reduziert dadurch annähernd so viel Kohlenstoffdioxid (CO2 ) wie Materialgewinnung, Herstellung, Transport und Einbau verursachen.

Duisburg - Die Bauarbeiten für den Anbau an das bestehende Briefzentrum der Deutschen Post in Duisburg-Asterlagen sind in vollem Gange. Am Standort wird die bestehende Halle erweitert, um neue Sortiermaschinen unterzubringen. Am heutigen Dienstag rollen die Walzen: Auf insgesamt 4400 m² Verkehrsfläche wird nachhaltiger Asphalt verlegt. 

In Zusammenarbeit mit dem Generalunternehmer Gieseke GmbH aus Rheine wird ein Verfahren eingesetzt, welches die Entstehung von Kohlenstoffdioxid bei der Herstellung von Außenflächen signifikant reduziert. Das Verfahren besteht aus drei Stufen:

  1. Materialoptimierung: Einsatz einer dünneren Bauweise mit hohem Recyclinganteil und geringeren Mischtemperaturen. 
  2. Regionale Ressourcen: Verwendung lokaler Sekundärbaustoffe.
  3. CO2-Bindung: Restemissionen werden durch die Zugabe von Biokohle dauerhaft im Asphalt gespeichert.

Erstmalig werden die Verkehrsflächen in CO2-reduzierter Bauweise ausgeführt. Hierbei wird ein Asphalt verbaut, der durch die Beimischung von Pflanzenkohle Kohlenstoff als Bestandteil von klimaschädlichem Kohlendioxid bindet. Der Bestandteil Kohlenstoff (C) steht somit bei der Entstehung von Kohlenstoffdioxid nicht mehr zur Verfügung. Durch dieses Verfahren wird annähernd soviel CO2 reduziert, wie Materialgewinnung, Herstellung, Transport und Einbau verursachen. Bei einer konventionellen Bauweise der Fläche am Briefzentrum Duisburg würden in Summe rund 243 t CO2 entstehen. Durch die optimierte Bauweise werden insgesamt über 220 t CO2 eingespart - das enstpricht annähernd dem CO2-Fußabdruck, den 25-30 Privatpersonen durchschnittlich in einem Jahr erzeugen. Auf einer Teststrecke für LKW, die im Zuge der Bauarbeiten auf dem Areal entstand, wurde der nachhaltige Asphalt bereits eingehend getestet.

Nachhaltige Maßnahmen über den Asphalt hinaus

Bordsteine und Pflasterrinnen wurden aus CO2-reduziertem Beton gefertigt, der zusätzlich Miscanthusfasern (Elefantengras) enthält - eine Pflanze, die besonders viel CO2 bindet. Für den Straßenbeton kam zudem ein spezieller Zement mit deutlich verringertem CO2-Fußabdruck zum Einsatz. Zudem wird der Anbau des Briefzentrums mit einer Dachbegrünung versehen. Eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 150 Kilowattpeak (kWp) trägt dazu bei, dass die Sortiermaschinen weitgehend mit dem am Standort erzeugtem Strom betrieben werden kann.

All diese Maßnahmen unterstreichen die strategische Ausrichtung des Unternehmens: "Grüne Logistik erster Wahl".

Modernste Sortiertechnik für die bessere Verzahnung von Brief und Paket

In dem 1818 m² großen Hallen-Anbau wird künftig eine neue Sortieranlage "Multiformatsorter Brief" für die maschinelle Bearbeitung von kleinformatigen Paketen, nicht maschinenfähigen Groß- und Maxibriefen sowie Importsendungen aus dem Ausland eingesetzt. Durch die moderne Sortiertechnik wird die Bearbeitung von Briefen und Paketen stark verzahnt.

Die Investition in den neuen Multiformatsorter ist ein wesentlicher Teil der strategischen Neuausrichtung des Unternehmensbereichs Post & Paket Deutschland, um angesichts abnehmender Briefmengen bei gleichzeitig steigenden Paketvolumina vorhandene Synergien zwischen dem Brief- und Paketnetz noch intensiver zu nutzen und die Sortierkapazitäten für kleinere Pakete im Briefnetz zu erweitern.

Niederlassungsleiter Frank Blümer sagt: "Mit unseren Beschäftigten, unserer Infrastruktur und unserem Servicenetz sichern wir die flächendeckende postalische Versorgung. Auch bei sinkenden Briefmengen, steigenden Transport- und Lohnkosten und unzureichendem Spielraum für Portoerhöhungen bekennen wir uns zum Standort Deutschland und investieren weiter in die Modernisierung unseres Netzes und eine noch effizientere Produktivität."

Die Grundstücksgröße insgesamt beträgt 45.460m². Eine Fertigstellung und Inbetriebnahme ist für Oktober 2025 geplant. 

Alexander Edenhofer

Briefprodukte/ -dienstleistungen, Regulierung, Postpolitik, Elektromobilität, Bonn-Themen

DHL Group
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