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DHL und IAG Cargo stärken ihre Partnerschaft mit umfangreichen mehrjährigen SAF‑Vereinbarungen (Sustainable Aviation Fuel)

14.04.2026, 11:00 MESZ

Der neue Fünfjahresvertrag ergänzt eine bereits 2025 verlängerte Vereinbarung und ermöglicht die Abnahme von rund 240 Millionen Litern SAF am Flughafen London Heathrow.

Ein Flughafen-Arbeiter beobachtet wir ein Flugzeug betankt wird
  • Fünfjahresvertrag bis 2030 sichert SAF-Versorgung für DHL Express
  • Erwartete Emissionsminderung von rund 640.000 Tonnen CO2e über den Lebenszyklus
  • Einschließlich der Rahmenvereinbarung von DHL Global Forwarding können die Reduktionen insgesamt mehr als 1 Million Tonnen CO2e betragen

Bonn - Die DHL Group hat heute eine deutliche Ausweitung ihrer Zusammenarbeit mit IAG Cargo, der Frachtsparte der International Airlines Group (IAG), im Bereich nachhaltiger Flugkraftstoffe (Sustainable Aviation Fuel, SAF)* bekanntgegeben. Der neue Fünfjahresvertrag ergänzt eine bereits 2025 verlängerte Vereinbarung und ermöglicht die Abnahme von rund 240 Millionen Litern SAF am Flughafen London Heathrow. Dadurch werden die Lebenszyklus-Treibhausgasemissionen auf Flügen der British Airways transportierten DHL Express-Sendungen deutlich reduziert.

Im Rahmen der Vereinbarung erhält DHL Express die Scope-3-Emissionsreduktionen aus rund 40 Millionen Litern reinem SAF pro Jahr. Zusammen mit der Verlängerung aus dem Jahr 2025 entspricht dies einer Reduktion der Lebenszyklus-Treibhausgasemissionen von insgesamt rund 640.000 Tonnen CO2e. Die Vereinbarung deckt nahezu den gesamten Treibstoff ab, der aktuell dem Transport von DHL-Express-Sendungen innerhalb des Netzwerks von IAG Cargo zugerechnet wird. Das eingesetzte SAF ist nach dem Standard der International Sustainability & Carbon Certification (ISCC) zertifiziert, wird aus Abfall- und Reststoffen wie gebrauchtem Speiseöl hergestellt und ermöglicht gegenüber fossilem Kerosin eine Lebenszyklus-Emissionsreduktion von rund 90%.

Flankiert wird die Zusammenarbeit durch eine zusätzliche Rahmenvereinbarung zwischen DHL Global Forwarding (DGF) und IAG Cargo. Damit stärkt die DHL Group ihre divisionsübergreifende Strategie zur Sicherung eines verlässlichen und breit aufgestellten Zugangs zu nachhaltigen Kraftstoffen. Dieses erweiterte DGF-Rahmenwerk könnte die gesamten lebenszyklusbasierten Treibhausgasemissionsreduktionen innerhalb der DHL Group auf über 1 Million Tonnen erhöhen und die Fähigkeit des Konzerns weiter ausbauen, der steigenden Nachfrage nach emissionsreduzierten Dienstleistungen gerecht zu werden. Der divisionsübergreifende Ansatz unterstützt zugleich die Entwicklung des Marktes für Logistiklösungen auf Basis nachhaltiger Kraftstoffe und unterstreicht das langfristige Engagement von DHL, Kunden belastbare und zukunftsfähige Nachhaltigkeitsoptionen anzubieten.

Die vertiefte Partnerschaft mit IAG Cargo spiegelt den gemeinsamen Anspruch wider, die Treibhausgasemissionen der Luftfahrt über den gesamten Lebenszyklus hinweg weiter zu senken. Ein stabiler und planbarer Zugang zu SAF gewinnt zunehmend an Bedeutung, da Kunden verstärkt glaubwürdige, langfristige Lösungen zur Reduzierung ihrer transportbedingten Emissionen nachfragen.

"Diese Vereinbarung zeigt, was möglich ist, wenn zwei engagierte Nutzer nachhaltiger Flugkraftstoffe ihre Kräfte bündeln", sagte Travis Cobb, Executive Vice President Global Network Operations & Aviation bei DHL Express. "Sie stärkt unsere Möglichkeiten, die Lebenszyklus-Treibhausgasemissionen auf einer wichtigen Handelsroute deutlich zu reduzieren, und zeigt, welchen Beitrag sektorübergreifende Partnerschaften zu messbaren Fortschritten leisten können."

Camilo Garcia Cervera, Chief Sales und Marketing Officer bei IAG Cargo: "DHL und IAG Cargo verbindet eine langjährige Beziehung, und es ist großartig zu sehen, wie sich unsere Partnerschaft weiterentwickelt, während wir gemeinsam daran arbeiten, nachhaltigere Luftfrachtlösungen bereitzustellen und gleichzeitig den globalen Handel in Bewegung zu halten. Partnerschaften wie diese werden entscheidend dafür sein, den Einsatz von nachhaltigem Flugkraftstoff zu skalieren."

Die Vereinbarungen unterstützen das Ziel von DHL, den Anteil nachhaltiger Flugkraftstoffe im Luftverkehr bis 2030 auf 30% zu steigern - ein zentrales Element der umfassenden Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens. Langfristige SAF-Vereinbarungen wie diese schaffen die notwendige Grundlage, um Kunden weltweit kontinuierlich emissionsärmere Lufttransportlösungen anbieten zu können.

*Sustainable Aviation Fuel (SAF) wird in der ReFuelEU-Aviation-Verordnung als Flugkraftstoff definiert, der entweder synthetischer Flugkraftstoff, Biokraftstoff für die Luftfahrt oder recycelter kohlenstoffbasierter Flugkraftstoff ist. SAF kann auf Basis einer Lebenszyklusanalyse die Treibhausgasemissionen im Vergleich zu herkömmlichem Kerosin deutlich senken. Die Emissionen am Triebwerk selbst bleiben unverändert; die Einsparungen ergeben sich aus dem Herstellungsprozess. Trotz seines Potenzials bestehen weiterhin Herausforderungen bei Produktion und Verfügbarkeit, weshalb SAF derzeit mindestens drei- bis viermal teurer ist als fossiles Kerosin. Heute macht SAF nur einen sehr kleinen Anteil des von Verkehrsflugzeugen genutzten Treibstoffs aus. Die ReFuelEU-Aviation-Verordnung ist Teil des "Fit-for-55"-Pakets und sieht eine schrittweise Erhöhung des SAF-Anteils im an EU-Flughäfen bereitgestellten Flugkraftstoff vor, um das Emissionsreduktionsziel von 55% bis 2030 zu erreichen.

Dirk Heinrichs

DHL Express

DHL Group
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53113 Bonn